
Fliegenfischen am Lech – damals und heute
Ein Abenteuer von 1997 und die Frage, was daraus geworden ist
Steile Abstiege, gewaltige Schluchten und scheue Forellen in einem der eindrucksvollsten Gebirgsflüsse Österreichs.
Beim Fliegenfischen am Lech ging es schon damals nicht nur um Forellen. Es ging um den Weg zum Wasser, um körperliche Anstrengung, gegenseitiges Vertrauen und um ein Naturerlebnis, das sich bis heute in meiner Erinnerung gehalten hat. Der Originalbeitrag über diese Reise erschien 1997 unter dem Titel „Kraxeln & Fischen – Der Lech am Arlberg“ in der ersten Ausgabe der Zeitschrift „… mit der Fliege“.
Ein historischer Beitrag aus „… mit der Fliege“
Der zugrunde liegende Originalartikel stammt ausdrücklich aus dem Jahr 1997. Reisebericht, Fischereibestimmungen, Preise und Kontaktangaben beschreiben die damalige Situation und dürfen nicht als aktuelle Auskunft verstanden werden. Im SoliSpot-Patronat bleibt der vollständige Beitrag in seiner ursprünglichen Fassung erhalten.
Der Lech war kein bequemes Angelrevier
Schon die Überschrift „Kraxeln & Fischen“ brachte auf den Punkt, was uns am Lech erwartete. Thomas Lorenz hatte Karel, Nils und mich zu sich nach Lech eingeladen. Er kannte den Fluss, arbeitete als Guide und hatte uns bereits bei einer gemeinsamen Reise nach Nordmähren von der Fischerei vor seiner Haustür vorgeschwärmt.
Als wir im August 1996 schließlich am Arlberg ankamen, kündigte Thomas nur an, dass wir am nächsten Tag Kondition benötigen würden. Wie ernst er das meinte, verstanden wir erst, als er uns von einem Parkplatz hoch über dem Lechtal über die Leitplanke hinweg zeigte, wo wir hinunter mussten.

Der Abstieg führte durch steiles und felsiges Gelände. Noch bevor wir das Wasser überhaupt berührt hatten, waren wir von der Anstrengung völlig durchnässt. Unten öffnete sich jedoch eine beeindruckende Welt aus türkisfarbenem Wasser, tiefen Gumpen, gewaltigen Felswänden und engen Schluchten. Es war eine Landschaft, die jede Anstrengung vergessen ließ.
Fliegenfischen zwischen Felswänden und Stromschnellen
Die Forellen im klaren Gebirgswasser reagierten empfindlich auf jede Bewegung. Thomas sprach von „Indianerfischerei“: vorsichtig beobachten, geduckt an den Fluss herangehen und keinen unnötigen Schatten auf das Wasser werfen. Der Lech verlangte nicht nur eine saubere Wurftechnik, sondern vor allem Aufmerksamkeit und Zurückhaltung.

Nils fing bereits zu Beginn eine kräftige Regenbogenforelle von mehr als 40 Zentimetern. Später brachte eine weiße Biotsfliege den entscheidenden Erfolg. Der Fisch nahm die Fliege in der schnellen Strömung und zeigte eine Kraft, die in einem solchen Gebirgsfluss kaum überraschen durfte.
Doch das eigentliche Erlebnis bestand nicht allein aus den gefangenen Forellen. Wir mussten an Felswänden entlangwaten, Engstellen durchqueren und am Abend wieder aus dem Tal aufsteigen. Der Fluss ließ sich nicht nebenbei befischen. Wer an seine verborgenen Stellen gelangen wollte, musste bereit sein, sich auf ihn einzulassen.
Was ist aus dem Fliegenfischen am Lech geworden?
Fast drei Jahrzehnte sind seit der Veröffentlichung vergangen. Der Lech ist weiterhin ein ausgewiesenes Revier für Fliegenfischer. Nach den aktuellen Angaben von Lech Zürs Tourismus können heute rund 17 Kilometer des Lechs befischt werden. Zusammen mit dem einmündenden Zürsbach stehen etwa 22 Kilometer Fließgewässer zur Verfügung.
Die Beschreibung des heutigen Reviers klingt erstaunlich vertraut: tiefe und verwinkelte Schluchten, flache Kiesstrecken, kristallklare Gumpen sowie Bach- und Regenbogenforellen. Vieles von dem, was uns 1996 beeindruckte, prägt also offenbar weiterhin den Charakter des Flusses.
Fliegenfischen am Lech heute
- Am Lech sind rund 17 Kilometer befischbar.
- Mit dem Zürsbach umfasst das Revier etwa 22 Kilometer Fließgewässer.
- Erlaubt sind ausschließlich Fliegenrute und künstliche Fliege ohne Widerhaken.
- Eine abgelegte Fischerprüfung ist für den Erwerb einer Tageskarte nicht erforderlich; ein gültiger Berechtigungsschein muss beim Fischen dennoch mitgeführt werden.
- Pro Tag dürfen höchstens drei Fische entnommen werden. Danach ist das Fischen einzustellen.
- Für Bach- und Regenbogenforellen gelten je nach Revierabschnitt Mindestmaße von 33 oder 40 Zentimetern.
- Die Tageskarte für den Lechbach kostet nach aktuellem Stand 51 Euro mit Lech Card beziehungsweise 58 Euro ohne Lech Card.
Stand: August 2026. Preise und Bestimmungen können sich ändern. Vor dem Fischen müssen deshalb immer die aktuellen Angaben des Revierbetreibers geprüft werden.
Auch heute wird für die schwer zugänglichen Bereiche ein erfahrener Guide empfohlen. Das ist keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme. Schon unser damaliger Bericht zeigt, wie schnell aus einem scheinbar überschaubaren Weg eine ernsthafte Passage in tiefem Wasser oder steilem Gelände werden kann.
Die Landschaft ist geblieben – zwei Freunde fehlen
Wenn ich den Bericht heute wieder lese, sehe ich nicht nur den Lech vor mir. Ich sehe Thomas, der genau wusste, wo wir absteigen mussten und wie wir uns im Wasser zu bewegen hatten. Und ich sehe Nils, der bis zur Brust im Fluss stand und dort seine erste kräftige Forelle fing.
Thomas Lorenz und Nils Noflaner sind inzwischen leider von uns gegangen. Dadurch hat dieser alte Zeitschriftenbeitrag für mich eine Bedeutung bekommen, die weit über das Fliegenfischen hinausgeht. Er hält einen gemeinsamen Tag fest, der damals einfach ein Abenteuer war und heute zugleich eine wertvolle Erinnerung ist.
Ein alter Angelbericht bewahrt nicht nur die Erinnerung an einen Fluss und seine Fische. Er bewahrt auch die Menschen, mit denen wir diese Erlebnisse teilen durften.
Wie sieht es heute an diesen Stellen aus?
Die offiziellen Angaben zeigen, dass der Lech noch immer als eindrucksvolles Fliegenfischerrevier gilt. Was sie nicht beantworten können, ist die Frage, wie sich genau jene Stellen verändert haben, an denen wir damals abgestiegen, geklettert und gefischt haben.
Sind die Zugänge noch dieselben? Erkennt jemand die Schluchten und Gumpen auf den alten Bildern wieder? Wie haben sich Fischbestand, Wasserführung und Fischerei in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt? Mich würde besonders interessieren, ob jemand den Lech dort heute regelmäßig befischt oder in neuerer Zeit gemeinsam mit Thomas oder Nils unterwegs war.
Wer kennt den Lech von heute?
Wenn du das Revier kennst, dort in den vergangenen Jahren gefischt hast oder etwas über die Entwicklung dieser besonderen Strecke erzählen kannst, schreibe es bitte in die Kommentare. Aktuelle Bilder derselben Stellen wären besonders spannend. So könnte aus dem historischen Bericht von 1997 ein Vergleich entstehen, der zeigt, was sich verändert hat – und was bis heute geblieben ist.
Den vollständigen Originalbeitrag von 1997 lesen
Die Veröffentlichung und Bewahrung der Beiträge aus „… mit der Fliege“ ist ein wichtiger Bestandteil des SoliSpot-Patronats. Dort steht „Kraxeln & Fischen – Der Lech am Arlberg“ vollständig, mit den historischen Bildern, Infokästen und allen Angaben aus der Ausgabe 1/1997 zur Verfügung.

Kraxeln & Fischen – Der Lech am Arlberg
Der historische Reisebericht aus „… mit der Fliege“, Ausgabe 1/1997, Seiten 30–35.
