Dieser Beitrag erscheint demnächst aber hier im Patronat haben wir keine Geheimnisse, ihr könnt auch hier von Anfang bis Ende zusehen wie etwas entsteht. Schaut also gerne immer wieder vorbei.

Aus einer ungewöhnlichen Vereinbarung war inzwischen etwas sehr Konkretes geworden. Alejandro hatte seine erste Solitip gebaut und gefischt, seine Freunde konnten die Rute ausprobieren – und die Reaktionen blieben nicht ohne Folgen.

Was ursprünglich aus persönlichem Interesse am Rutenbau entstanden war, begann sich plötzlich in eine Richtung zu entwickeln, die wir am Anfang beide nicht geplant hatten.

Was passierte nach Alejandros erster Solitip?

Alejandro war von seiner Solitip begeistert. Aber viel wichtiger war für mich, dass es nicht bei seiner eigenen Einschätzung blieb. Auch Freunde und andere Fliegenfischer aus seinem Umfeld konnten die Rute kennenlernen und ausprobieren.

Damit war die Solitip plötzlich nicht mehr irgendeine Rute aus Deutschland, über die wir uns zuvor nur ausgetauscht hatten. Sie war in Galicien angekommen, wurde dort gefischt und konnte unmittelbar mit anderen Ruten verglichen werden.

Nach kurzer Zeit traf Alejandro dann eine Entscheidung, die für unsere weitere Zusammenarbeit entscheidend werden sollte: Aus dem bisherigen Hobby Rutenbau wollte er ein richtiges Geschäft machen.

Aus dem Rutenbau als Hobby wurde Schritt für Schritt eine professionelle Tätigkeit.

Aus einem Hobby wurde ein Geschäft

Alejandro meldete seinen Rutenbau offiziell als Geschäft an. Damit änderte sich auch unsere Zusammenarbeit. Wir tauschten uns nicht mehr nur über Techniken und Ideen aus. Jetzt kamen die ersten tatsächlichen Kundenaufträge.

Warum passte diese Zusammenarbeit für uns beide?

Die Aufteilung ergab sich fast von selbst. Ich fertige die Solitip-Blanks in Deutschland und liefere sie mit allen konstruktiven Merkmalen und Eigenschaften fertig nach Spanien. Alejandro übernimmt dort den individuellen Aufbau nach den Wünschen seiner Kunden.

Das half uns beiden. Meine Kapazitäten liegen vor allem in der Blankherstellung, in Sonderanfertigungen und Reparaturen. Fertigruten in größeren Stückzahlen zusätzlich selbst aufzubauen, ist zeitlich kaum möglich. Alejandro wiederum konnte seinen Kunden individuelle Ruten anbieten und sich mit seinem eigenen handwerklichen Können ein Geschäft aufbauen.

Die Blanks entstehen bei Solitip in Deutschland. Alejandro baut daraus in Spanien die individuelle Rute für seinen Kunden.

Wer macht eigentlich was?

Das Prinzip ist bis heute einfach: Alejandro zeigt die Ruten seinen Kunden, berät sie und nimmt die Bestellung entgegen. Ich fertige und liefere die entsprechenden Blanks und Bauteile. Den Aufbau übernimmt Alejandro vor Ort nach den Wünschen des jeweiligen Anglers.

Dabei gibt es qualitativ keinen Unterschied zu einer Solitip, die ich selbst in Deutschland aufbaue. Alejandro arbeitet nach denselben Qualitätsstandards und verwendet die gleichen Materialien und Werkstoffe, die auch bei mir zum Einsatz kommen.

Eine Solitip bleibt eine Solitip

Der Blank mit seinen konstruktiven Eigenschaften kommt fertig von mir. Beim Aufbau gelten dieselben Qualitätsmaßstäbe wie in Deutschland. Der Unterschied besteht darin, dass Alejandro die Rute direkt mit seinem Kunden in Spanien oder Portugal abstimmen und individuell für ihn aufbauen kann.

Warum bekam Alejandro die Exklusivität für Spanien?

Was mich an Alejandro von Anfang an beeindruckte, war sein Engagement. Er wartete nicht darauf, dass irgendjemand Solitip in Spanien bekannt macht. Er zeigte die Ruten, sprach mit Anglern, knüpfte Kontakte und brachte ständig neue Ideen ein.

Irgendwann fragte er mich deshalb, ob er Solitip exklusiv in Spanien vertreten könne. Für mich war das inzwischen keine besonders schwierige Entscheidung mehr. Ich wusste, wie er arbeitet, wie ernst er die Sache nimmt und dass unsere Vorstellungen von Qualität zusammenpassen. Also stimmte ich zu.

Später haben wir diese Exklusivität auf Portugal ausgeweitet. Das liegt nicht nur daran, dass Alejandro geografisch sehr nahe an der portugiesischen Grenze lebt. Er kennt dort auch zahlreiche namhafte Leute aus der Fliegenfischerszene, die ihn dabei unterstützen, Solitip auch in Portugal bekannt zu machen.

Auch dabei geht es uns nicht darum, möglichst viele Ruten zu verkaufen. Solitip war nie auf Masse ausgerichtet. Mir ist wichtiger, dass die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten und die unsere Ruten fischen, verstehen, was dahintersteht.

Rutenbau und Fliegenfischen gehören für Alejandro zusammen – genau das war für unsere Partnerschaft entscheidend. Und Künstler ist er außerdem, so viele Parallelen….

Qualität vor Quantität: Das gilt für mich nicht nur für Material und Rutenbau. Es gilt genauso für die Menschen, mit denen Solitip zusammenarbeitet. Lieber wenige Partner, die die Idee wirklich verstehen und mittragen, als möglichst viele Verkaufsstellen.

Und Reparaturen? Auch dafür fanden wir eine Lösung

Mit der Zeit entstand noch eine weitere praktische Arbeitsteilung. Alejandro sammelt beschädigte Ruten seiner Kunden und schickt sie zur Reparatur zu mir nach Deutschland. Arbeiten, die anschließend sinnvoll vor Ort erledigt werden können, übernimmt er selbst – beispielsweise die Montage notwendiger Rutenringe.

Das spart seinen Kunden Kosten und schafft gleichzeitig zusätzliche Arbeit für seine Werkstatt. Für mich ist genau das eine vernünftige Partnerschaft: Jeder übernimmt den Teil, den er besonders gut und wirtschaftlich erledigen kann.

Im nächsten Teil

Aus der geschäftlichen Zusammenarbeit ist inzwischen längst mehr geworden. Alejandro hat mir viel über die Mentalität und die Wünsche spanischer und portugiesischer Fliegenfischer vermittelt – und wir entwickeln gemeinsam immer wieder neue Ideen. Inzwischen wurde seine Arbeit sogar offiziell ausgezeichnet, wir saßen gemeinsam in einem spanischen Radiointerview und planen die nächsten gemeinsamen Auftritte. Darum geht es im nächsten Teil.

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